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Mein Leserbeitrag vom 25. Feb. 2011, 16:20h:

"Mehr als der Betrug eines Doktoranden erschrickt mich die mangelnde Führung dieses Doktoranden und offensichtlich kritiklose Annahme dieser Arbeit durch seine "Doktorväter" und Universität. Da kann man leicht glauben, dass er kein Einzelfall ist. In der Betreuung und Beurteilung der Dissertationen muss dringend durchgegriffen werden.

Ehrlich gesagt, so berechtigt die Kritik an von Guttenberg in dieser Sache ist, so primitiv und als Zeichen von Vorurteil finde ich es, den Vorwurf der Unredlichkeit nun auf alle seine Handlungen auszudehnen. Ein Politiker muss ja kein Wissenschaftler, sondern eher Diplomat sein, sich flexibel mit den gegensätzlichsten Interessen auseinandersetzen. Schön wäre es, wenn er auch noch Visionen hätte und für Menschlichkeit einsetzen würde.

Schlimmer wäre es, wenn durch echte vorsätzliche Wissenschaftsfälschung oder durch Nichtveröffentlichung unerwünschter Ergebnisse wirklicher Schaden an Menschenleben entstanden wäre. Zum Beispiel wurde die Untersuchung über ein Herzrhythmus-Medikament abgebrochen, als in der Versuchsgruppe viel mehr Menschen starben, als in der Placebo-Gruppe. Das Medikament war jedoch in Mode und wurde noch ca. 2 Jahre weiter verordnet, sodass hochgerechnet dadurch etwa 10.000 Menschen vorzeitig gestorben sein dürften! Das ist echt kriminell und vieles andere mehr, wovon nie etwas in den Medien berichtet wird.

Die Leute im Glashaus werfen sehr gern mit Steinen auf Sündenböcke, um sich selber besser zu fühlen oder von eigenen Fehlern abzulenken. Das sollte weiteren Kommentierenden zu denken geben. In der Stendentenpolitik habe ich die Verhältnismäßigkeit der Mittel gelernt. Schütte das Kind nicht mit dem Bade aus etc.

Dennoch optimistisch, Euer Doc Waxi"